Zur Barbarakirche in Kutna Hora (Kuttenberg)

 

Am 4. Dezember  gedenken die Bergleute der Schutzpatronin der Bergleute, der Heiligen Barbara. Somit ist die Heilige Barbara die Patronin einer ganzen Berufsgruppe von Polen bis Spanien und somit auch in Deutschland.

Damit ist auch gesagt, dass die Funktion als Schutzheilige der Bergleute vermutlich zuerst in den katholischen Bergbaugebieten Osteuropas als Barbaraverehrung in Betracht kam. Genau kann man es durch die Quellen nicht belegen. Das sächsische Bergbaurevier im Erzgebirge kommt ebenso in Betracht wie Böhmen oder Ungarn, Banska Stiavnica, damals Schemnitz, gehörte zu Ungarn oder die Bergbauregionen im Alpenraum. Doch vieles spricht für Kuttenberg, das in der Entwicklung des Bergbaus eine Ausnahmestellung einnimmt. Wurden doch durch die bergmännische Symbolik bzw. Emblemantik als auch durch die bergbauliche Kunst Impulse gesetzt. So wurde 1388  in Kuttenberg eine Bergkirche errichtet und der Heiligen Barbara gewidmet.. Es war die erste große Bergkirche des Abendlandes.

Die Barbarakirche ist ein imposantes Bauwerk der gotischen Architektur in Böhmen. Die Kirche wurde zum großen Teil unter dem Patronat der Bergleute gebaut und deshalb ihr Schutzpatronin, der Heiligen Barbara geweiht. Das Bauwerk sollte in seiner Prächtigkeit der Prager St.‑Veits‑Kathedrale gleichen .Historische Quellen geben an, dass es die doppelte Länge der heutigen Länge haben sollte. Der Bau der Kirche verlief in mehreren Etappen und hing in starkem Maß von der Zahlungsfähigkeit der hiesigen Bergwerke ab. Infolge der verschiedensten Ereignisse wurden die Arbeiten mehrmals unterbrochen, und seit ihrer Eröffnung bis zur definitiven Vollendung im Jahr 1905 verliefen mehr als 500 Jahre. Ein Blick auf die Kirche mit dem Jesuitenseminar und dem Weinberg unterhalb ist beeindruckend. (siehe Bild 1) Der Seiteneingang der Kirche mit den Blumenbeet ist würdevoll gestaltet. (siehe Bild 2).

Betritt man die Kirche geht unmittelbar der Blick zum Netz- und Maßwerksgewölbe. (siehe Bild 3 und 3.1). Schaut man zum Altar kann man auf den rechten Flügel die Darstellung der heiligen Barbara erkennen. (siehe Bilder 4,5, 6).

Die folgenden Bilder sollen demonstrieren, das die Bergleute einen wesentlichen Anteil am Bau der Kirche hatten. Die hier zu sehenden Gemälde und Fresken sind die besten Wandgemälde der Spätgotik und beschäftigen sich mit der Bergbauthematik.  (siehe Bilder 7,8,9,) Die Malerei in der Münzprägerkapelle veranschaulicht die Technik der mittelalterlichen Münzprägung nach 1463. (Siehe Bild 10) Ein Bergmann in der Arbeitstracht ist um 1700  gestaltet und ist in der Kirche nicht zu übersehen. (siehe Bild 11)

Die Verehrung der Heiligen Barbara wird auch auf dem Brügmanschacht in Sondershausen demonstriert. ÜberTage sieht man die Heilige Barbara denkmalsgerecht.  (siehe Bild 12,13) Unter Tage kann man sie auf dem Salzsee bei einer Kahnfahrt bewundern. (siehe Bild 14)

 

Von der Legende her war Barbara die Tochter des reichen Dioscuros von Nikomendien, der nicht wollte, dass sie sich zum Christentum bekannte. So offenbarte sie dem Vater, der von einer Reise zurückgekommen war, dass sie getauft und somit eine Christin sei. Der Vater wollte sie erschlagen, aber sie kann fliehen. Ein Felsspalt öffnete sich, damit sie sich verbergen konnte. Von einem Hirten verraten, der darauf zu Stein und dessen Schafe zu Heuschrecken verwandelt wurden, findet sie der Vater. Er schleppt sie gefesselt an den Haaren zum heidnischen Marcianus, der sie zuerst geißeln lässt. (siehe Bild 15) Sie spricht vom Geißeln "als ob es Pfauenfedern" gewesen seien. Nachts erscheint ihr Christus im Gefängnis, um ihre Wunden zu heilen. Der erbitterte Stadthalter lässt sie nun mit Keulen schlagen und folterte sie auf grausame Weise. Als er sie entkleidet auf dem Marktplatz umhertreiben und peitschen lassen will, erscheint auf Bar­baras Gebet ein Engel und hüllte sie in ein leuchtendes Gewand.

Den Befehl, sie nun mit dem Schwert hinzu­richten, führte der Vater selbst aus. Er wird darauf von einem Blitz getötet.

Soweit die Legende. Die Heilige Barbara ge­hört somit seit dem 14. Jahrhundert zu den am häufigsten dargestellten Heiligen. Meist wird sie gekrönt, mit Kelch und Hostie sowie einem Turm dar­gestellt, da sie darin eingesperrt war. Weitere Attribute können Schwert Palmenzweig und Pfauenfedern sein.

Die heilige Barbara gilt heute auch als Schutz­patronin der Glockengießer und Glöckner sowie der Architekten.

 Bildtexte:

Bild 1 – Die Barbarakirche mit dem Jesuitenseminar und dem Weinberg unterhalb

Bild 2 – Seiteneingang der Barbarakirche

 Bild 3 und 3.1 – Netzgewölbe in der Kirche

Bild 4 – Altar in der Kirche

Bild 5 – Rechter Seitenflügel des Altars

Bild 6 – die Heilige Barbara (Mit Teleobjektiv fotografiert)

Bild 7,8,9 – Fresken, die die Arbeitsweise der Bergleute darstellt, wobei im Bild 7 erstmals die bergbauliche Symbolik von Schlägel und Eisen dargestellt wurde.

Bild 10 – die Arbeitsweise bei der Münzprägung

Bild 11 – Ein Bergmann in Arbeitskleidung, dargestellt in der Kirche

Bild 12,13 - Die Heilige Barbara auf Schacht I

Bild 14 – Die Heilige Barbara auf dem Salzsee unter Tage

Bild 15 – Die Folterung der Heiligen Barbara

 

Barbarakirche mit Jesuitenseminar in Kutna Hora, unterhalb ist ein Weinberg
Seiteneingang der Barbarakirche
Netzwerkgewölbe in der Kirche
Netzwerkgewölbe in der Kirche
Altar in der Barbarakirche
Rechter Flügel des Altars
Heilige Barbara
Freske - hier wid erstmals das bergbauliche Symbol Schlägel und Eisen gezeigt
Eine weitere Freske mit Hapelförderung
Haspelförderung
Die Münzprägung, dargestellt in der Kirche
Bergmann in Arbeitskleidung, dargestellt in der Kirche
Denkmal der Heiligen Barbara auf dem Schachtgelände des Brügmanschachtes in Sondershausen
Winterlich geprägt - die Heilige Barbara auf dem Schachtgelände in Sondershausen
Die Heilige Barbara auf dem Salzsee - unter Tage des Erlebnisbergwerkes in Sondershausen
Folterung der Heiligen Barbara entsprechend der Legende