Zur Gewerkschaft "Glückauf" Sondershausen - 1893 bis 1926

Die Geschichte der

 

Gewerkschaft

 

“Glück auf“ Sondershausen

 

(1893 bis 1926)

 

Den Beginn Geschichte des Kaliwerkes „Glück auf“ Sondershausen kann man mit der Gründung der Gewerkschaft im Jahre 1893 datieren. Vorher gab es bereits eine Bohrung im Jahre 1892, die bei 616 m Kalisalze gefunden hatte.

Das Ende der Kalidüngemittelproduktion war mit dem Beschluss des Aufsichtsrates der Mitteldeutschen Kali AG im November 1991 bindend. Die Produktionsstätten über Tage zur Herstellung von Kalidüngemittel wurden demontiert.

Die Schachtanlagen der Grube II, III, IV und VI wurden verfüllt. Die Schachtanlagen Grube I und V dienen heute zum Transport von Materialien zur Deponie in die offenen Abbauen unter Tage. Gleichzeitig wurde die Grube zum Erlebnisbergwerk ausgebaut, das jährlich über

30 000 Besucher besichtigen. Sportereignisse und kulturelle Veranstaltungen im neu geschaffenen Konzertsaal sind beliebte Attraktionen.

Damit kann man sagen, dass die Grube die älteste befahrbare Kaligrube der Welt ist.

In den nachfolgenden Bildern ist das Grubenfeld einmal in östlicher Richtung und einmal in westlicher Richtung vom Schacht 1 dargestellt. Zwischen den Schachtanlagen Schacht VI im Bereich Großfurra bis Schacht III Bereich Hachelbich über Schacht IV im Bereich Berka waren Befahrungen möglich. Eine Verbindung zur Schachtanlage Grube II von Schacht I existierte ebenfalls. Die Schachtanlagen Grube III , II, IV,VI dienten zu letzt der

Wetterführung.

Schacht VI wurde außerdem zum Materialschacht umfunktioniert

 

Das Grubenfeld im Prinzip unter der Stadt
Sondershausen
(am linken Bildrand ist schwarz eingerahmt der Schacht II, rechts der Schacht IV in Berka,östlich davon befand sich Schacht III im Bereich Hachelbich
)

Das Grubenfeld mit Schacht I, V, VI und die Produktionsanlagen bis zum Jahr 1992

Nach dieser allgemeinen Übersicht soll nun detailliert die Geschichte dargestellt werden. Die Bilder, die in der tabellarischen Übersicht angeführt sind, kann mandurch „blättern“ nach der tabellarischen Übersicht einsehen. Jedes Bild wurdebeschriftet. Im Bildbereich wurden einige bergbauspezifische und andere Begriffe zum Verständnis definiert bzw. es gab Erläuterungen.

Ein geschichtlicher Abriss
Zeitabschnitt Aktivitäten Bemerkungen
13.3. 1891 H.L.Brügman beantragt ein Schürfschein bei der Administration des
Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen (Heinrich Leonhard Brügman
(1832 – 1893) stammt aus Brünninghausen bei Dortmund)
15.7.1891 Schürfrecht wird erteilt
1.12.1891 Tiefbohrung 1 bei 465, 2 m wurde Steinsalz
gefunden
23.5 1892 Bohrung 1 Bei 700,2 m wird das Kalilager erreicht. Der Ansatz
der Bohrung lag auf dem Gebiet des heutigen OBIMarkts, der Bereich gehörte
zur Gemeinde Jecha
26.8.1892 Erteilung der Genehmigung zur Kalisalzgewinnung durch das Fürstliche Ministerium
9.2 1893 Gemeinsam mit dem Bankverein A. Schaffhausen, Berlin,
wird die Gewerkschaft „Glück auf“ Sondershausen gegründet.
siehe Bild 0 (Zeitungsnotiz zur Gründung des Kaliwerkes)
1.Mai 1893 Beginn der Teufarbeiten zum Schacht 1 (Brügmanschacht)
Das Gebiet des zukünftigen Kaliwerkes gehörte zur Gemeinde Stockhausen, im Monat Mai 1893 zunächst Einstellung der Teufarbeiten, da zu hoherWasserzufluss, ein Dampfkessel aus dem Ruhrgebiet wurde installiert
1.8.1893 Weiterführung der Teufarbeiten am Schacht 1 zuerst mit einem Haspel, später mit einer Abteuffördermaschine
(Im Bild 1 ist eine Arbeitsordnung aus dem Jahr 1893 zu sehen.)
28.8.1893 Vertrag mit dem Königlich Preußischen Eisenbahnfiskus - Anschluss an die Eisenbahnlinie Erfurt-Nordhausen
10.6.1894 bei 122 m Teufe letzter Einbau eines Tübbingsatzes, damit auf Schacht 1 der Wasserzufluss eingedämmt.

 

(Im Bild 2 wird die Bilanz von 1894 der Gewerkschaft gezeigt.)
18.8.1895 bei 634 m Teufe wird das Kalilager erreicht mit Schacht 1
Das Kalilager war 14 m mächtig
10.9.1895 Endgültige Teufe des Schachtes 1 erreicht. Der Schacht hat damit eine Teufe 670 m
31.12.1995 Steckenauffahrung betrug 88 m. Auffahrung zum Teil schon
mit elektrischen Bohrmaschinen. (Im Bild 3 und 4 wird die
Bohrarbeit von Hand gezeigt.)
1.1. 1895 Beitritt der Gewerkschaft zum Halberstädter Knappenverein
Januar 1895 und weiter in diesem Jahr Eisenbahnanschluss mit Werksbahnhof, Kainitmühle, elektrische Drehstromzentrale, zentrale Maschinenhaus wird
fertiggestellt
8.1.1895 Abteuffördermaschine wird durch eine leistungsfähiger Fördermaschine ersetzt. Provisorisch Seilfahrt bergpolizeilich genehmigt
23.2.1895 Für den Bau einer „Arbeiter- Colonie“ wird Land
erworben. Es wurde die spätere Kolonie „Marienhall“ gebaut. (Im Bild 5 und 6 wird die Kolonie gezeigt.)
September 1896 Tiefbohrungen, etwa 1500 m südwestlich vom Schacht 1.
Bei einer Endteufe von 855 m wurde Hartsalz und Carnallitit angetroffen.
31.12.1896 Einstellung des provisorischen Förderbetriebs Ziel ist jetzt:
Dampffördermaschine mit konischer Seiltrommel, eisernes Fördergerüst,
Hängebank etc. aufzubauen.
März 1897 Beginn des Aufbaues der Chlorkaliumfabrik in unmittelbaren Nähe von Schacht 1
26.Mai 1897 Beginn der offiziellen Förderung
1.6.1897 Inbetriebnahme der elektrischen Kraftübertragung für dem unter und über Tagebetrieb,außer Dampffördermaschine (siehe Bild 7)
Februar 1898 Inbetriebnahme der Chlorkaliumfabrik Verarbeitung von Hartsalz nach dem Heißlösverfahren
1.10.1898 Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Frankenhausen-
Sondershausen. War von Bedeutung für die Kostensenkung des Kohletransportes und für die Kaliwerke in Berka,

 

August 1899 Erstmals wurde im Zechenbuch für Schacht 1 der Name „Brügmanschacht“ gebraucht.
1.März 1900 Gründung einer Werksfeuerwehr
April 1900 Es wurde begonnen leergeförderte Grubenbaue zu
versetzen. Versatzmaterial: Steinsalz und Fabrikrückstände
Bis Ende 1900 In Marienhall wurden 20 Wohnhäuser, davon 18 Doppelhäuser fertiggestellt. (Im Bild 8 ist ein Mietvertrag zusehen.)
Dezember 1901 Im Jahr 1901 wurden 110.00 t Rohsalz gefördert.
1902 Inbetriebnahme eines elektrischen Haspels (15 PS) für den untertägigen
Transport des Versatzes. (Darstellung eines Haspels im Bild 9)

1903 Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Gewerkschaft
wurde ein eigenes Musikkorps mit 18 Musikern gegründet
Im Jahre 1905 wurde für die Mattiaskirche in Stockhausen

ein Kirchenfenster zur Erinnerung gespendet – siehe Bild 10
1904 Baumeister Wilhelm Thein errichtete Bergratsvilla nach Plänen des Berliner Architekten Theodor Ferber. Zu DDR - Zeiten war es dann
das Kaliklubhaus. Heute gehört das Gebäude der AOK. (siehe Bild 11)
1905 Dem Versatzmaterial wurde aus dem Kesselhaus anfallende Asche zugesetzt.
1905 Bergleute überbrachten dem Fürsten ein Geschenk anlässlich seiner 10-jährigen Regentschaft. (siehe Bild 12)
1.Mai 1907 Teufarbeiten zum Schacht 2(Petersenschacht) begannen.
(siehe dazu Bilder 13, 14, 15) -  Bild 16 zeigt Karbidlampen (Geleucht zu dieser Zeit)
Mai 1907 Inbetriebnahme des Haltepunktes „Glück auf“ zwischen den
Eisenbahnstationen Sondershausen Hbf und Großfurra
1907 Errichtung eine neuen Kesselhauses, um den Energiebedarf abzudecken.
Erweiterung des Zentralmaschinenhauses.
1907 Auffahrung einer 1700m Verbindungsstrecke zwischen Schacht I in Richtung Schacht II.
Bau eines Anschlussgleises Schacht 2 zum Bahnhof - Sondershausen Hbf

 

1908 Erweiterung des elektrischen Leitungsnetzes unter Tage Verlegung eines
Hochspannungskabels von Schacht 1 in Richtung Schacht 2
28.3.1908 Auf Beschluss der Gewerkenversammlung wird die Gerechtsame in 6 Teile für die neu gegründeten Gewerkschaften:
Glückauf- Sondershausen
Glückauf-Bebra
Glückauf-Berka
Glückauf-Ost
Glückauf-Ebeleben
Glückauf-West

geteilt.
(siehe Bild 17, 18 (Originaldokument dazu) Bild 19 zeigt die Gerechtsame
1908 Bau des Zechenhauses auf Schacht 2. Aufstellung von 2 Fördermaschine auf Schacht 2(für Haupt –und Nebenförderung)
1909 Errichtung eines eisernen Förderturms und eines Mühlengebäudes, Schacht 2 (siehe Bild 20,21,22 (z.B. Mannschaft, die den Turm zusammengenietet hat)
September 1909 Einstellung der Pferdeförderung siehe Bild 23 (Pferdefördeung)
Oktober 1909 Maschinelle Förderung durch Lokbetrieb auf Schacht 1( Lok
auf Basis 220 V Gleichstrom) - siehe Bild 24 (E-Lokförderung)
25.5.1910 Reichskaligesetz wird bis zum Jahr 1919 bindend
21.7.1910 Bohrung bei Oberspier wurde angesetzt. Zum Nachweis von Kalisalze für die Felder Glückauf-Bebra, Glückauf-Ebeleben, Glückauf-Ost.
19.9.1910 Schacht 2 fertig abgeteuft. Schachtdurchmesser 5,5 m, Endteufe bei 790 m
Dezember 1910 Beginn der Förderung auf Schacht II
4.2.1911 Gewerkenversammlung fasst den Beschluss zur Errichtung
von Kaliwerken der Gewerkschaft Glückauf- Berka und Glückauf-Ost
April 1911 Streckenauffahrung zur untertägigen Verbindung der Schächte 1 und 2 wird durchschläggig.(siehe Bild 25)

 

16.10.1911 Einführung des Spülversatzes auf Schacht I

Dezember 1911 Bereich Schacht III: Beginn des Baus einer Rohsalzmühle
Januar 1912 Beendigung der Bohrarbeiten an der Tiefbohrung III bei Oberspier Endteufe 1.077 m, Kalilager bei 1066 m,  siehe Bild 26 (dokumentiert
das Einfallen der Lagerstätte in Richtung Süden)
29.3.1912 Gewerkenversammlung beschließt, die Schächte V und VI zu teufen
Frühjahr 1912 Die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer gemeinsamen
Chlorkaliumfabrik (Fabrik II) der Gewerkschaft Glückauf- Berka und Glückauf-Ost wird erteilt. die Fabrik II wird für eine Tagesverarbeitung von 700 t
Carnallitit ausgelegt.
23.9.1912 Unter den Firmennamen“Chemische Werke Glückauf zu
Sondershausen“ wird eine GmbH gegründet, die die Verarbeitung des Rohsalzes inden Fabriken I (Sondershausen) und Fabrik II ( Berka) übernimmt, Fabrik II (Berka) zu dieser Zeit noch in Bau.
Frühjahr 1912 Im Lösehaus Fabrik I (Schacht I) werden kontinuierlich arbeitende Lösapparat eingesetzt.
10.4.1913 Die Anschlussbahn von Schacht III nach Schacht IV und der

Fabrik II wurde mit einer Länge von 2,6 km fertiggestellt.
1.6.1913 Die Chlorkaliumproduktion wird in der Fabrik II aufgenommen
Oktober 1913 Auf Schacht IV wird die Förderung aufgenommen
1914 Einführung der elektrischen Zündung für Sprengarbeiten auf Schacht I
Ab 1.4.1914 Das für den Absatz benötigte Rohsalz aus dem Bereich Schacht II wird  über Schacht I gefördert.
Von 1900 bis 1918: Die Schachtanlagen während
dieser Zeit. Bilder von den Kaliwerken:
- „Glück auf“
Sondershausen (1907)
- Raudeschacht (Berka)
- Müserschacht
(Hachelbich)
- v. Nesseschacht
(Schacht VI)
- Teufmannschaft
Schacht VI
Bild 27 bis Bild 31
Von 1900 bis 1918 Zum Arbeitsprozess während dieser Zeit:
- Einbruch mit der
Lisbeth`schen
Säulenbohrmaschine
- Elektrische
Säulenbohrmaschine
mit biegsamer Welle
(Bilder 32 bis Bild 33)
Bild 34: Beladen mit der
Schaufel
Bild 35: Zerkleinern mit dem
Fäustel
Bild 36: Aufschieben der
Förderwagen am Schacht I
Bild 37: Einsatz eines
Baggers
Mai 1914 Beginn der Förderung auf Schacht V
Juli 1914 Aufnahme der Kaliumsulfatherstellung in
Fabrik II (Berka)
August 1914 Mit Beginn des Krieges (1914-1918) wird die Förderung auf
Schacht III eingestellt.
Dezember 1914 Beginn der Förderung auf Schacht VI
Juli 1916 Die Produktion in der Fabrik II (Berka) wird eingestellt.
1917 Der Betrieb der Schächte III, IV und VI wird vorübergehend eingestellt.
1918 / 1920 Die Schächte I und die Fabrik I werden unregelmäßig betrieben.
Belegschaft Ende 1919:
zirka 830 Mann
Absatz :
1913: 323 837 dz K2O
1914: 192 828 dz K2O
1915: 270 555 dz K2O
1916: 318 783 dz K2O
1917: 277 106 dz K2O
1918: 220 859 dz K2O
1919: 161 157 dz K2O
1921 Einführung von Trockentrommeln an Stelle der Trockenöfen in der
Fabrik I (Sondershausen)
22.10.1921 Novelle zum Kaliwirtschaftsgesetz wurde beschlossen. Im § 83 wurde die Möglichkeit einer freiwilligen Stilllegung von Kalischächten eingeräumt.
Von der Kaliprüfstelle des Reichskalirates wurden die
quotierten Schächte in 3 Kategorien eingeteilt:
- in Förderung stehende
- in Reserve gehaltene
- bis 1953 stillgelegte Schächte.

Das hatte 1924 zur Folge: Förderung auf den Schächten III und IV wird endgültig eingestellt. Die Förderung auf Schacht VI sollte bis 1953 ruhen.
Die Fabrik II (Berka) wurde sillgelegt.
5.11.1924 Inbetriebnahme der Seilbahnförderung auf Schacht I und im gleichen Jahr auf Schacht V. (siehe dazu Bild 38, 39, 40)
1925 Die Förderung auf Schacht I wird auf 2 etagige Fördergestelle mit 4
Förderwagen umgestellt
1925 Die Verbindungstrecke zwischen den Schacht V und VI wird durchschlägig.
23.9.1926 Die Gewerkenversammlung beschließt die Liquidation der
Gewerkschaft „Glück auf Sondershausen“ und veräußerte das Gesamtvermögen an die Kaliindustrie AG. Die Bezeichnung „Gewerkschaft Glück auf Sondershausen“ für den Sondershäuser Kalibergbau wird durch den neuen Namen “Kali-Industrie Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Glückauf
Sondershausen“ ersetzt.

 

Im Bild 41 wird ein Situationsriss zu den Anlagen um den Schacht I gezeigt.

 

Damit endet die Geschichte der Gewerkschaft
„Glückauf – Sondershausen“. Sie bestand von 1893
bis 1926.

Bild 0: Zeitungsausschnitt aus der „Frankenhäuser Zeitung“
vom 10.8.1892 (zu beachten: „Brüggemann“ ist falsch geschrieben
–richtig „Brügman“)

Bild 1: Zeigt eine Arbeitsordnung aus dem Jahr 1893. Diese
Ordnung hatte im Grunde Bestand bis in die 80-iger Jahre

 

Bild 2: Bilanz der Gewerkschaft „Glück auf“ Sondershausen
zum Jahr 1894

 

Bild 3 und 4: Die Liesbeth`schen Bohrmaschine – Bedienung
von Hand (fotografiert Kalibergbaumuseum in Heringen)

 

Bild 5 und 6: Die Kolonie Marienhall im Jahre 1935 und
gegenwärtig (fotografiert vom Frauenberg im Jahr 2003)

Bild 7: Zeigt die Dampfördermaschine des Schachtes 1, die bis
1992 in Betrieb war und im Rahmen des Erlebnisbergwerkes als
technisches Denkmal zu sehen ist (heute nicht mehr mit konischer
Seiltrommel).

 

Technische Daten:
Zwillingsfördermaschine
Leistung: 1.000 PS
Dampfparameter: 90 Grad, 10 atü
Treibmittel: Koepescheibe mit 6,5 m Durchmesser
Geschwindigkeit: 16 m/s – Förderung, 8 m/s Seilfahrt
Hersteller: Oberhausener Gute Hoffnungshütte
Baujahr: 1896
Inbetriebnahme: 1897
Umbau 1925/1926 durch die Eisenhütte Prinz Rudolph Dülmen
„Letzter Arbeitstag“: 28.4.1992

 

Die Fördermaschine leistete 95 Jahre ihre Dienste.

 

Bild 8:

 

Der Mietzins war auf 112 Mark pro Jahr festgelegtund war mit einer Rate von neuneindrittel Mark bis zu 16. des folgenden Monats zu zahlen. Zum anderen wurde die Miete am jeweiligen Lohntag vom Lohn abgezogen.
Im Bild 8 wird ein Mietvertrag mit einem Bergman gezeigt. Im
Vertrag wird „Marienhall“ als „Arbeitscolonie Stockhausen“
bezeichnet.

 

Bild 9: Ein Haspel in der Streckenförderung

 

Bild 10: Das Bild zeigt das Kirchenfenster in der Matthiaskirche
zu Sondershausen-Stockhausen, welches von der Gewerkschaft
gespendet wurde

 

Der Pfarrer Möller trat nicht nur als Moralapostel auf. (siehe Texte nach den
Bildern) Sein Verdienst liegt in erster Linie für seinen Einsatz beim Bau der
„St.-Matthias-Kirche“, die 1905 fertig gestellt wurde, der Schule „Glück auf“,
die 1901 eingeweiht und den Aufbau einer Diakonissenanstalt, die durch Mittel
der Gewerkschaft „Glück auf“ unterstützt wurde. Weiter sollte nicht der Bau
einer Kleinkinder- Bewahrungsanstalt, heute sagt man Kindergarten, vergessen
werden. 1902 wurde eine Haushaltsschule eröffnet. All dies war nur möglich, da
die Gewerkschaft „Glück auf“ für die Gemeinde in Stockhausen großzügig
Geldbeträge bereit stellte.
(Quelle: Kirchenbücher der Gemeinde in Stockhausen)

 

Bild 11: Zeigt die Bergratsvilla (hier wohnte der Bergrat Baer)
anlässlich der Huldigung des Fürsten im Jahre 1905. Links und
rechts Aufmarsch der Bergleute.

 

Schloss am 31.1.2005 – fotografiert vom Rondel

 

Bild 12: Zeigt das Geschenk der Gewerkschaft an den Fürsten
im Jahre 1905

 

Bild 13: Zeigt den Petersenschacht im Jahre 1915

 

Bild 14: Der Petersenschacht (Schacht 2) heute. Das
Fördergerüst ist seit 1968 denkmalsgeschützt. Das Fördergerüst
ist zusammengenietet und dem Pariser Eifelturm nachempfunden.

Bild 15: Schacht 2 im Jahre 1910 (architektonisch wurde
harmonisch das Zechenhaus um den Förderturm eingeordnet)

Bild 16: Karbidlampen aus der Sammlung von Fritz Laute (verstorben)

 

Bild17: Das Bild zeigt die Bestätigungsurkunde des Landrates
vom 15.März 1909

 

Bild 18: Zeigt die Größe der Gerechtsame mit den
geografischen Daten für Glückauf-Sondershausen

 

Original befindet sich im Staatsarchiv von Sachsen-Anhalt in
Wernigerode.

 

Bild 19: Die Gerechtsamen der Gewerkschaften (hier allerdings
aus dem Jahre 1940)

 

Gerechtsame: Bei der Gerechtsame handelt es sich um ein
Gebiet, Territorium. Juristisch betrachtet ist die Gerechtsame der
deutschrechtliche Ausdruck für rechtliche Befugnisse
verschiedenster Art, insbesondere für die aus Regalien abgeleitet
und an Private verliehen Rechte. (Meyers Lexikon – Band 7- aus
dem Jahre 1904). Beim Bergbau handelt es sich um Rechte ein
Gebiet für bergbauliche Zwecke zu nutzen. Verliehen wurde das
Gebiet von denjenigen, die die Hoheitsrechte besaß – bis 1919
Könige oder Fürsten.

Bild 20: Das Bild zeigt die Mannschaft, die das Fördergerüst
zusammen genietet hat. In der Mitte sieht man Herrmann
Heißner, deren Ehrung im Bild 21 zu sehen ist.

 

Bild 21:

 

Bild 22: Frühstückspause auf dem Petersenschacht

 

Frühstücksplatz unter Tage

Bild 23: Pferdeförderung auf Schacht I bis zum Jahre 1909

 

Die Pferde waren meist erblindet. Einmal in der Woche wurden
sie nach über Tage gebracht

Bild 24: Streckenförderung mit einer elektrisch betriebenen
Lok (220 Volt Gleichstrom) auf Schacht I im Jahre 1909

 

Kopfbogen der Gewerkschaft „Glück auf“ Sondershausen

 

Das Kalilager unter dem Bereich des Schlosses

 

Eine Information zu den Gebirgsschichten unter Sonderhausen.

 

Bild 25: Es wird der Durchschlag der Strecken Schacht I –Schacht II gezeigt

Strecke: Ist ein Grubenraum mit in der Regel kleinerem
Querschnitt als Verbindungsweg vom Schacht zur Lagerstätte
oder auch als standsichere Auffahrung in der Lagerstätte.
Standsicher waren die Strecken im Kalibergbau, die im Steinsalz
aufgefahren wurden

 

Bild 26: Das Bild zeigt die Isohypsen der Unterkante des
Salztones nach Stolle

 

Isohypse oder Höhenlinie: Ist eine Verbindungslinie
zwischen 2 Punkten gleicher Höhenlage. Man findet sie auch auf
Wanderkarten.

Bild 27: Das Kaliwerk „Glückauf“ 1907

 

Das Kaliwerk 1918 von der Wipper aus gesehen:

 

Bild 28: Der Raudeschacht (Schacht IV) von der Straße Berka –
Sondershausen aus gesehen.

 

Tübbing: Ausbauelement des Schachtausbaus aus Guß oder
Stahl, die zu einer wasserdichten Tübbingsäule zusammengesetzt
werden.

Bild 29: Der Müserschacht (Schacht III) bei Hachelbich

 

Trum: Teil des Schachtquerschnitts oder Schachtscheibe
aufgegliedert nach der Funktion: Förder-, Kabel-, Leitungs-,
Fahrtrum (zum Klettern aus dem Schacht)

Bild 30: Der v. Nesseschacht (Schacht VI) bei Großfurra

 

Die Teufmannschft von Schacht VI (ein Dtittel - 1914)

Bild 32: Bohren im Einbruch im Abbauvortrieb mit Hilfe der
Lisbeth`schen Säulenbohrmaschine

Bild 33: Hauerarbeit im Abbau mit einer elektrischen
Säulenbohrmaschine mit biegsamer Welle

 

Bild 34: Ladearbeit von Hand (Abbaue mussten zuerst immer
söhlig aufgefahren werden, meist im Steichen)

 

Bild 35: Zerkleinern von Salzbrocken mit Hilfe von Fäustel und Hammer

 

Bild 36: Aufschieben der Förderwagen von Hand – im Füllort des Schachtes I im Jahre 1905

Füllort: Ein speziell hergerichteter Umschlagort unmittelbar am
Schacht zum Umschlag der horizontalen Förderung
(Streckenförderung) auf die vertikale Schachtförderung.
Im Mittelalter ursprünglich das Umfüllen des Haufwerkes von
Streckenfördermittel (Z.B. Schuppkarren) in einen Kübel der
handbetriebenen Seilwinde eines Schachtes.

 

Bild 37: Versuch mit Hilfe eines Baggers die Abbauförderung
zu modernisieren

 

Der Versuch auf der Grube V einen Schaufelbagger für die
Ladearbeit einzusetzen, scheiterte.
Der Versuch musste Scheitern, da er nicht in den gesamten
technologischen Anlauf passte. Die Förderwagen wurden zwar
mit dem Bagger beladen, jedoch gab es Probleme.
1. Die Förderwagen mussten Förderleuten von Hand bewegen.
2. Bei großen anfallenden Brocken mussten diese mit dem Fäustel
oder durch Sprengarbeiten (Stückenschießer) zerkleinert werden.
3. Der Bagger konnte nur in Abbauen mit großer
Lagermächtigkeit eingesetzt werden. Das angefallene Haufwerk
musste mit der Leistungsfähigkeit des Baggers übereinstimmen.
4. Es gab Probleme beim Umsetzen des Baggers.

 

Bild 38: Der Seilbahnantrieb

 

Bild 39: Anschlagen eines Förderwagens an das Seil

 

Bild 40: Seilbahnstrecke - Südliche Richtstrecke, Grube V

Bild 41: Werksanlage um 1918